Das Angelgerät - Die Rute

Von: Bernd, am 01.03.2006


Angeltips Neben Haken und Schnur ist die Angelrute das wichtigste Angelgerät. Sie hat folgende Funktionen:

den Köder auszuwerfen
den beißenden Fisch anzuschlagen und
den gehakten Fisch zu drillen...

Je nachdem auf welcher dieser Grundfunktionen der Schwerpunkt liegt, wird die Rute ausfallen. Eine Rotaugenrute wird man auf einen schnellen Anschlag zuschneiden, während die Spinn- oder fliegenrute besonders gute Wurfeigenschaften haben soll. Von einer Karpfenrute wird man dagegen ein besonders ausgeprägtes Arbeitsvermögen beim Drill verlangen.

Konstruktion und Bau der Angelrute haben in den letzten Jahrzehnten grundlegende Veränderungen erfahren. Früher wurden Bambus, Seerohr und Pfefferrohr als Material für die Angelrute verwendet. Heute sind die Ruten aus Glas- oder Kohlefaser und Kunstharz. Diese Materialien sind sehr gut formbar und können optimal auf die jeweilige Verwendung der Angelrute gestaltet werden.

Von der Bauweise her unterscheidet man ungeteilte Ruten (z. B. Bambus), die mit Metallhülsen oder Steckverbindungen versehene geteilte Ruten (Kombinationsruten gehören auch dazu) sowie Teleskopruten. Teleskopruten lassen sich zusammenschieben und sind daher leicht zu transportieren. Spezialausführungen davon können auch bei einer bestimmten Länge festgestellt werden. Dadurch können die Länge und die Aktion der Rute verändert werden.

Es werden folgende Rutentypen unterschieden:
Grundrute, Stipprute, Spinnlrute, Fliegenrute, Brandungsrute, Bootsrute.

Bei der Wahl der Angelrute ist das Wissen des Verhältnisses zwischen Rutenaktion, Wurfgewicht und Schnurstärke von Vorteil. Mit diesem Wissen kann man das Leistungsvermögen der Rute richtig ausnutzen.

Jede Rute hat eine Grenze der Belastbarkeit, bei der sie ihre größte Kraft entwickelt. Diese ist dann erreicht, wenn sie über einen Viertelkreis gebogen und die Belastung gemessen wird, die im Augenblick dieser Formänderung auf die Rutenspitze wirkt. Man spricht dann von der Testkurve.
Aus der Testkurve lässt sich aber nicht nur das Wurfgewicht, sondern auch die Tragkraft der Schnur herleiten, die zu der Rute am besten passt. Eine zu schwache Schnur wird beim Werfen oder beim Drill vor dem Erreichen der Testkurve reißen, während bei einer zu starken Schnur die Gefahr der Überbelastung und des Rutenbruchs besteht. Die Tragkraft der Schnur sollte das sechsfache des Testkurvengewichts betragen.
Beim Kauf einer Rute ist es auch wichtig darauf zu achten, dass der Griff so gearbeitet ist, dass die Rolle in einer günstigen Position angebracht werden kann. Sitzt die Rolle zu dicht am Rutenende, geht die ganze Kraftanwendung über das Handgelenk. Vor allem beim Drill eines Fisches ist es aber notwendig, den Ellenbogen an den griff anzulegen um die Hebelwirkung ausüben zu können.
Weiter soll die Rute gut abstehende Schnurlaufringe haben, damit bei Nässe die Schnur nicht an der Rute klebt.
Die wichtigsten Ruten für eine Grundausstattung sind:

1. Eine Grundrute von etwa 3,00 bis 3,20 m mit einem Wurfgewicht von 20 - 30 g (Schnurstärke maximal 3 kg).
2. Eine Stipprute von 3,50 bis 4,20 m (10 - 25 g Wurfgewicht).
3. Eine Spinnrute von etwa 2,00 bis 2,60 m mit einem Wurfgewicht von etwa 50 g (Schnurstärke maximal 5 kg).
4. Eine Fliegenrute, mit der man eine Schnur der AFTM Nr. 6 werfen kann, Länge etwa 2,60 m.

Mit diesen Ruten kann man die meisten Fischarten fangen. Bei speziellen Angelruten sollte man sich von einem Fachmann beraten lassen.


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