Köder
Von:
Bernd, am
01.03.2006
Würmer
Der am meisten gebrauchte Angelköder sind Würmer, da fast alle Fische Würmer fressen. Am bedeutendsten sind der Tauwurm, der Laub - und der Mistwurm. Unter Steinen am Ufer findet man oft einen kleinen grünlichen Wurm. Er ist der wirksamste Köder überhaupt. Leider bricht er sehr leicht und muss deshalb vorsichtig auf den Haken gezogen werden. Da der Schwanzteil lebhafter als der Kopf ist, wird er von den Fischen vom Schwanzteil her genommen, besonders von der Schleie. Wenn der Wurm zu dicht am Kopf auf den Haken gezogen wird und das Schwanzteil zu lang herabhängt, sind Fehlbisse sehr wahrscheinlich. Daher muss dichter am Schwanz angeködert werden.
Beim anködern sollte man den Wurm nicht in einem Knäuel auf den Haken ziehen, das ist unnatürlich, da kein Wurm im Wasser so vorkommt. Der Haken muss immer herausragen.
Wenn man die Angel nicht zu weit auswerfen braucht, reicht nur einmal durchstechen. Dadurch ist die Bewegungsfreiheit des Wurmes größer und reizt den Fisch mehr. Für weitere Würfe muss etwas länger durchgestochen werden.
Im Winter und bei Hochwasser kann das Schwanzende unwiderstehlich sein. Der Rest des Wurms eignet sich gut zum Anfüttern.
Brot
Brot ist ein vielseitig verwendbarer Köder: Die Kruste, die Flocke oder (aus dem Innern hergestellter) Teig werden praktisch von keinem Fisch abgelehnt. Am idealsten ist ein Köder aus frisch gebackenen Kastenweißbrot.
Die Kruste hat den Vorteil, dass sie Auftrieb hat und deshalb nicht in den Schlamm absinkt und gut vom Fisch gesehen wird. Außerdem hält sie gut am Haken und verträgt die härtesten Würfe und wird auf dem Wasser weich, so dass der Fisch den Köder leicht schlucken kann. Durch den Auftrieb der Kruste kann man sie in jeder beliebigen Wassertiefe anbieten. Soll der Köder wenige Zentimeter über dem Gewässerboden angeboten werden, wird das Schrot dichter an den Haken herangeschoben. Das Krustenstück an der völlig unbeschwerten und schwimmerlosen Angel wird je nach Bedarf ins Wasser getaucht, damit man mehr Wurfgewicht bekommt. Wenn sich auf dem Gewässerboden Unkraut befindet, reguliert man den Abstand zwischen Haken und Blei durch Verschieben des Schiebeknotens.
Bei jedem Auswerfen muss die Kruste erneut angeködert werden.
Die Brotflocke. Am besten eignet sich hierfür das Innere von frischem Weißbrot, möglichst noch warm. Man sollte das Brot in einem gut verschlossenem Plastikbeutel transportieren, damit die Feuchtigkeit drin bleibt.
Das befestigen des Köders: Es wird ein genügend großes Stück Brot abgerissen und der Haken eingeführt und die Flocke am Hakenschenkel festgedrückt, so hält sie gut am Haken und weiteste Würfe sind möglich. Dadurch, dass Flockenteilchen durch die weiche Konsistenz abgespült werden hat man Köder und Anfütterung in einem. Die Fische werden angelockt und es bleibt noch genug Flocke als Köder am Haken. Man kann mit der Flocke auch in der stärksten Strömung angeln.
Teig als Köder. Teig wird am einfachsten aus dem Innern eines mehrere Tage alten Weißbrotes hergestellt. Die Rinde wird abgeschnitten und die Scheiben werden eingeweicht und danach kräftig ausgedrückt und gut durchgeknetet, der Teig darf nicht klumpig sein. Er sollte so weich sein, dass er gerade noch am Haken hält. Beim Anködern sollte der Haken bedeckt sein. Sollte der Teig beim herausziehen noch am Haken sein, ist er zu hart. In diesem Fall muss mindestens die Hakenspitze herausragen. Harte Würfe wie beim Spinnangeln kann man sich mit dem Teigangeln nicht erlauben. Man benötigt eine weiche und lange Rute mit leichter Aktion, der Köder muss langsam beschleunigt werden. Teig läßt viele Variationen zu: Man kann ihn färben, Duft- oder Geschmacksstoffe zusetzen oder Käse beimischen. Einfacher Teig ist aber ausreichend.
Wenn man mit dem Teigköder weite Würfe machen, sollte auf den Hakenbogen zunächst ein flaches Stückchen Kruste aufgezogen und darauf der Teig angebracht werden. Mit weichen Kartoffeln wird dies ebenso gemacht. Das Verhältnis Kruste/Teig kann so aufeinander abgestimmt werden, dass der Auftrieb gerade ausgeglichen ist, das bedeutet, der Köder bleibt zunächst an der Oberfläche, saugt sich dann voll Wasser und sinkt dann ganz langsam ab. Der Köder ist dann für die Fische gut sichtbar und erhöht die Fangaussichten.
Kartoffeln
Ein sehr guter Köder ist auch die Kartoffel. Besonders für Fische wie Karpfen, Rotaugen, Bleie und Döbel. Der Vorteil der Kartoffel ist, wenn sie richtig angeboten wird, dass sie gut sichtbar ist und die Kleinfische ihr nichts anhaben können. Die Kartoffel als Köder sollte nicht halbgar, sondern weich sein. Kleine Stückchen werden unmittelbar auf den Haken gesteckt, bei ganzen Kartoffeln wird die Schnur mit einer Ködernadel durch diese gezogen und dann der Haken angebunden. Durch die Schwere der Kartoffel sinkt sie leicht in den Schlamm ein. Dies kann man vermeiden, indem man die Kartoffel in Scheiben schneidet. Sie wird sich dann am Gewässerboden flach auflegen.
Maden
Maden sind wie Würmer ein ausgezeichneter Allround-Köder; sie werden ebenfalls von fast allen Fischarten genommen. Dies liegt daran, dass sie größenmäßig und vom Vorkommen her den im Wasser lebenden Insektenlarven sehr ähneln. Man sollte in der Regel nur eine Made am Haken plazieren, höchstens zwei. Zum Anködern benötigt man dünndrahtige und sehr scharfe Haken weil die Hakenspitze am After der Made nur ganz wenig durch die relativ zähe Außenhaut hindurchgeführt werden. Sticht man zu tief oder quer durch den Körper, ist es mit der Beweglichkeit der Made vorbei.
Maden sinken gut ab und eignen sich gut zum Anfüttern. Der Nachteil ist, dass sie oft Kleinfische anlocken. Dies kann aber auch ein Vorteil sein, indem man abseits von der Angelstelle Maden einwirft. Will man die Made am Haken unbehelligt auf den Gewässerboden bekommen, sollte man sie in einem Ballen von gekneteten Grundköder oder Schlamm einpacken.
Getreidekörner
Weizen, Hafer, Hanf usw. sind für viele Fische ein idealer Köder. Um die Körner für das Angeln vorzubereiten sollte man eine Thermoskanne etwa zu einem Drittel mit Körnern füllen und zwei Dritteln mit kochendem Wasser übergießen und eine Nacht stehenlassen. Den Kannenverschluss nicht zu fest zumachen!
Die Hakenspitze muss immer gut freigehalten werden und bei Hanf sollte die Angel mit Bleidraht beschwert werden, da Schrot leicht mit Hanf verwechselt wird und zu Fehlbissen führt.
Andere Köder
Am und im Wasser kommen eine Menge von natürlichen Ködern vor: Maikäfer, Heuschrecken, Schnecken, Rohrmaden, Mückenlarven, Raupen, Asseln, Ohrwürmer, Wespenmaden, Muscheln, Krebse usw.
All diese Köder können jeweils zu ihrer Zeit gute Erfolge bringen.
Von den im Wasser vorkommenden natürlichen Ködern haben die Köderfische in verschiedenen Größen eine besondere Bedeutung. Es gibt kaum einen Fisch, der nicht einen kleinen Gründling oder Brutfisch frisst.
Die gebräuchlichsten Methoden für die Anköderung von Köderfischen sind:
1. An einem Einfachhaken in der Lippe
2. An zwei hintereinander geschalteten Einfachhaken, wovon der erste wahlweise in den Rücken oder in das Nasenloch eingeführt wird
3. An einem normalen Drilling oder Jardine-Drilling in den Rücken gehakt
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